21. Oktober 2026 · Saunagesundheit und Herz-Kreislauf-System · Gesundheit & Rituale
Sauna und Herz-Kreislauf: Wirkung auf Gefässe und Blutdruck
Regelmässiges Saunieren trainiert das Herz-Kreislauf-System ähnlich wie leichtes Ausdauertraining. Erfahren Sie, wie Wärme und Kälte auf Blutdruck und Gefässe wirken und was zu beachten ist.

Die physiologische Reaktion auf Hitze
Beim Betreten der heissen Saunakabine reagiert der menschliche Organismus unmittelbar auf den thermischen Reiz. Die Haut erwärmt sich innerhalb weniger Minuten auf über 40 Grad Celsius, während die Körperkerntemperatur moderat um etwa ein bis zwei Grad ansteigt. Um eine Überhitzung der lebenswichtigen inneren Organe zu verhindern, aktiviert der Körper seine natürlichen Regulationsmechanismen.
Das Herz beginnt schneller zu schlagen, um mehr Blut an die Körperoberfläche zu transportieren, wo die Wärme über die Verdunstung von Schweiss abgegeben werden kann. Die Herzfrequenz steigt dabei typischerweise von Ruhewerten auf 100 bis 130 Schläge pro Minute an. Diese Belastung entspricht in etwa einem zügigen Spaziergang oder leichtem Ausdauertraining auf dem Velo.
Gleichzeitig wird das Schlagvolumen des Herzens gesteigert, wodurch die Pumpleistung zunimmt. Entgegen weitverbreiteter Annahmen bedeutet dies für ein gesundes Herz jedoch keine Überlastung, sondern ein effektives Konditionstraining des Herzmuskels unter kontrollierten Ruhebedingungen.
Gefässweitstellung und Blutdruckverlauf in der Wärme
Einer der zentralen Effekte des Wärmereizes ist die ausgeprägte Vasodilation, also die Weitstellung der peripheren Blutgefässe. Um den Wärmetransport zur Haut zu maximieren, erschlafft die glatte Muskulatur der Arteriolen und Kapillaren. Der Strömungswiderstand im gesamten Kreislaufsystem sinkt dadurch messbar ab.
Infolge dieses verringerten Gefässwiderstands sinkt der diastolische Blutdruck in der Regel während des Saunagangs ab. Der systolische Blutdruck kann aufgrund der gesteigerten Herzleistung leicht ansteigen oder konstant bleiben, fällt jedoch bei vielen Personen nach einigen Minuten Entspannung ebenfalls leicht ab. Das Herz arbeitet gegen einen geringeren Widerstand, was die Herzarbeit trotz der erhöhten Schlagzahl ökonomisiert.
Dieser Zustand der Entspannung der Gefässwände hält auch nach dem Verlassen der Kabine an. Studien zeigen, dass regelmässige Saunagänge die Elastizität der Arterienwände nachhaltig verbessern können, was einer vorzeitigen Gefässverkalkung entgegenwirkt.
Die Abkühlphase als Trainingsreiz für das Gefässsystem
Die gesundheitsfördernde Wirkung des Saunierens entsteht erst durch das gezielte Wechselspiel zwischen Hitze und Kälte. Nach der intensiven Gefässweitstellung in der Wärme bewirkt die anschliessende Abkühlung eine rasche Verengung der peripheren Blutgefässe, die sogenannte Vasokonstriktion. Das Blut wird aus der Hautoberfläche wieder verstärkt in das Körperinnere geleitet.
Dieses rhythmische Zusammenziehen und Erweitern der Gefässmuskulatur gleicht einem Gefässtraining. Die Elastizität und Reaktionsfähigkeit der Blutleiter werden geschult, was die Durchblutung langfristig stabilisiert. Um den Kreislauf nicht abrupt zu überfordern, sollte die Abkühlung stets schrittweise erfolgen: zuerst an den Gliedmassen herzfern beginnend, bevor Rumpf und Kopf gekühlt werden.
Der plötzliche Kältereiz führt kurzfristig zu einem Anstieg des Blutdrucks, da sich die Gefässe schlagartig verengen und das Herz gegen einen erhöhten Widerstand pumpt. Gesunde Gefässe federn diesen Druckanstieg mühelos ab, während Personen mit vorgeschädigtem Herz-Kreislauf-System hier behutsam vorgehen müssen.
Saunieren bei bestehendem Bluthochdruck
Personen mit gut eingestellter Hypertonie können in vielen Fällen bedenkenlos saunieren und sogar von den gefässerweiternden Langzeiteffekten profitieren. Durch die regelmässige Gefässentspannung und den Abbau von Stresshormonen kann der durchschnittliche Ruheblutdruck über Wochen hinweg gesenkt werden. Eine vorherige Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt ist jedoch unerlässlich.
Wichtig ist bei Hypertonie die Vermeidung von Extremreizen. Auf sehr heisse Aufgüsse und maximale Temperaturen sollte verzichtet werden; milde Klimabedingungen wie in einer Bio-Sauna oder bei moderaten 60 bis 70 Grad Celsius auf der unteren Bank sind oft besser verträglich. Auch das klassische Tauchbecken mit Eiswasser ist bei Bluthochdruck ungeeignet, da der rasche Kälteschock den Blutdruck in Sekundenbruchteilen in gefährliche Höhen treiben kann.
Stattdessen empfiehlt sich nach dem Saunagang ein ruhiges Abkühlen an der frischen Luft, gefolgt von einer lauwarmen bis kühlen Kneipp-Abwaschung mit dem Kneippschlauch, stets von den Füssen aufwärts zum Herzen hin.
Verhalten bei niedrigem Blutdruck und Schwindel
Menschen mit chronisch niedrigem Blutdruck (Hypotonie) neigen in der Wärme schneller zu Schwindelgefühlen, Schwarzwerden vor den Augen oder gar Kreislaufkollapsen. Ursache dafür ist das Versacken grösserer Blutmengen in den weitgestellten Gefässen der Beine und des Bauchraums, wodurch das Gehirn kurzzeitig vermindert durchblutet wird (orthostatische Dysregulation).
Wer zu niedrigem Blutdruck neigt, sollte den Saunagang niemals abrupt aus dem Liegen beenden. Es empfiehlt sich, die letzten zwei bis drei Minuten des Aufenthalts aufrecht sitzend zu verbringen und die Füsse leicht zu bewegen, um die Muskelpumpe der Waden zu aktivieren. Dies unterstützt den venösen Rückfluss des Blutes zum Herzen bereits vor dem Verlassen der Kabine.
Beim Hinausgehen sollte langsam aufgestanden werden. Treten dennoch Kreislaufirritationen auf, hilft es, sich unverzüglich flach hinzulegen und die Beine hochzulagern, damit das Blut wieder ungehindert in Richtung der lebenswichtigen Zentren fliessen kann.
Praktische Empfehlungen für herzschonenden Saunagenuss
Um das Herz-Kreislauf-System optimal zu unterstützen und Risiken zu minimieren, sollten grundlegende Verhaltensweisen beachtet werden. Vor dem Saunieren empfiehlt sich eine leichte Mahlzeit, um Unterzuckerung zu vermeiden, jedoch kein üppiges Essen, das die Durchblutung im Magen-Darm-Trakt bindet. Auf Alkohol ist gänzlich zu verzichten, da er die Gefässe zusätzlich dilatiert und das Kreislaufsystem destabilisiert.
Ein Aufenthalt von 8 bis maximal 15 Minuten pro Durchgang ist für die meisten Menschen vollkommen ausreichend, um den vollen gesundheitlichen Nutzen zu erzielen. Anschliessend ist eine Ruhephase einzuplanen, die mindestens der Dauer des vorangegangenen Saunagangs entspricht. Erst wenn Puls und Atmung wieder auf Normalniveau sind, sollte der nächste Zyklus gestartet werden.
Wer eine Heimsauna nutzt, profitiert von der Möglichkeit, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Pausenzeiten exakt auf das persönliche Wohlbefinden abzustimmen. In der Ausstellung von Arrigato in Frauenfeld können Interessierte verschiedene Kabinentypen und Steuerungssysteme vergleichen, um eine Saunalösung zu finden, die ideal zu den individuellen gesundheitlichen Anforderungen passt.
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